Ein Bildungsgutschein nützt nur, wenn der Kurs dazu passt. Hier erfahren Sie, wie Sie einen förderfähigen Kurs zur Betreuungskraft finden und worauf Sie bei der Auswahl achten.
Seit 2025 ist bei der Förderung beruflicher Weiterbildung für Menschen im Bürgergeld-Bezug in vielen Fällen die Agentur für Arbeit zuständig. Fragen Sie bei Ihrem Jobcenter nach, wer in Ihrem Fall den Bildungsgutschein ausstellt.
Warum nicht jeder Kurs mit Bildungsgutschein funktioniert
Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III ist eine Zusage der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Er übernimmt bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten. Je nach Fall kommen Fahrtkosten oder Kosten für die Kinderbetreuung dazu. Die Förderung ist aber eine Ermessensleistung. Es gibt also keinen automatischen Anspruch.
Wichtig ist außerdem: Der Gutschein gilt nur für bestimmte Kurse. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein:
- Der Bildungsträger ist nach AZAV zertifiziert.
- Die konkrete Maßnahme, also der einzelne Kurs, ist ebenfalls zugelassen.
Ein Anbieter kann also zertifiziert sein, ohne dass jeder seiner Kurse förderfähig ist. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick. Wie Sie das prüfen, lesen Sie im Beitrag förderfähige Kurse erkennen.
Wo Sie nach förderfähigen Kursen suchen können
Es gibt mehrere Wege, um passende Angebote zu finden. Am besten kombinieren Sie sie.
| Suchweg | Vorteil | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit | Zeigt Kurse mit Angaben zur Förderung | Filter nach Kursform und Region setzen |
| Beratung bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter | Persönliche Einschätzung Ihrer Situation | Gespräch gut vorbereiten |
| Websites der Bildungsträger | Details zu Ablauf und Unterricht | Angaben zur Zulassung schriftlich bestätigen lassen |
| Empfehlungen aus Pflegeeinrichtungen | Erfahrungen aus der Praxis | Persönliche Eindrücke kritisch einordnen |
So nutzen Sie die Suchergebnisse sinnvoll
Speichern Sie sich interessante Treffer in einer einfachen Liste. Notieren Sie Kursform, Unterrichtszeiten, Beginn und Ansprechpartner. Fragen Sie bei jedem Angebot nach, ob die Angaben noch aktuell sind. Kurse werden manchmal geändert, verschoben oder neu zugelassen. Eine Liste mit drei bis fünf Angeboten reicht in der Regel völlig aus, um gut vergleichen zu können.
Suchen Sie mit klaren Begriffen. Hilfreich sind zum Beispiel "Betreuungskraft", "§ 43b SGB XI" oder "§ 53b SGB XI". So vermeiden Sie Treffer zu kürzeren Schulungen, die eine andere rechtliche Grundlage haben.
Welche Kursform passt zu Ihnen?
Förderfähige Kurse gibt es online, in Präsenz und als Mischform. Die Theorie mit 160 Unterrichtseinheiten darf als Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer stattfinden. Die Praktika finden immer vor Ort in einer Pflegeeinrichtung statt.
Überlegen Sie vor der Suche:
- Haben Sie einen ruhigen Platz und eine stabile Internetverbindung?
- Wie weit dürfen Fahrtwege zu einem Schulungsort sein?
- Können Sie tagsüber lernen oder brauchen Sie Abendtermine?
- Gibt es in Ihrer Nähe Einrichtungen für die Praktika?
Ein Online-Kurs spart oft Fahrzeit und ist auch in ländlichen Regionen gut erreichbar. Ein Beispiel ist die Online-Weiterbildung zur Betreuungskraft bei Care-er, einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger aus Berlin. Dort findet der Unterricht live mit Lehrkräften in kleinen Gruppen statt, und der Kurs ist per Bildungsgutschein förderfähig. Mehr zu den Unterschieden der Formen lesen Sie im Überblick über alle Kursarten.
So engen Sie die Auswahl ein
Haben Sie mehrere Angebote gefunden, gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Prüfen Sie, ob der Kurs den vollen Umfang nach den Betreuungskräfte-Richtlinien abdeckt: Basiskurs mit 100 und Aufbaukurs mit 60 Unterrichtseinheiten.
- Fragen Sie nach, ob die Maßnahme aktuell zugelassen ist.
- Klären Sie, wie der Anbieter bei der Suche nach Praktikumsplätzen unterstützt.
- Vergleichen Sie Unterrichtszeiten, Gruppengröße und Betreuung durch Lehrkräfte.
- Lassen Sie sich die Unterlagen für die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter geben.
Eine ausführliche Liste finden Sie in unserer Checkliste mit 12 Punkten für einen guten Kurs. Notieren Sie Ihre Eindrücke direkt nach jedem Gespräch. So behalten Sie den Überblick.
Gespräche mit Anbietern führen
Ein persönliches Beratungsgespräch beim Bildungsträger zeigt Ihnen viel. Achten Sie darauf, ob Ihre Fragen ruhig und verständlich beantwortet werden. Ein guter Anbieter erklärt auch, was der Kurs nicht leisten kann. Er macht keinen Druck und lässt Ihnen Zeit für die Entscheidung. Bitten Sie um schriftliche Unterlagen, die Sie in Ruhe zu Hause lesen können. Hilfreich ist auch die Frage, wie die Lehrkräfte erreichbar sind, wenn Sie im Kurs Unterstützung brauchen.
Gutschein und Kurs zusammenbringen
Die Reihenfolge ist in der Praxis unterschiedlich. Manche Menschen suchen zuerst einen Kurs und gehen dann zur Beratung. Andere bekommen den Gutschein und suchen danach. Beides ist möglich.
Bringen Sie, wenn möglich, ein konkretes Kursangebot mit. Das zeigt, dass Sie sich informiert haben. Ihre Ansprechperson kann dann leichter einschätzen, ob die Weiterbildung zu Ihrem Weg passt.
Achten Sie auf die Angaben auf dem Gutschein. In der Regel steht dort, für welches Bildungsziel und welchen Zeitraum er gilt. Teilweise ist auch eine Region festgelegt. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie direkt bei Ihrer Ansprechperson nach. Wie die Einlösung danach abläuft, erklärt der Beitrag Bildungsgutschein einlösen.
Kurz zusammengefasst
- Ein Bildungsgutschein gilt nur für zugelassene Kurse bei AZAV-zertifizierten Trägern.
- Kombinieren Sie die Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, Beratung und Anbieterwebsites.
- Online, Präsenz und hybrid sind förderfähig, Praktika finden immer vor Ort statt.
- Lassen Sie sich die Zulassung der Maßnahme schriftlich bestätigen.