Eine Fortbildung Demenz vertieft das Wissen aus dem Basiskurs und macht Sie im Alltag sicherer. Hier erfahren Sie, welche Inhalte üblich sind und woran Sie einen guten Kurs erkennen.
Warum eine Fortbildung Demenz sinnvoll ist
Viele Menschen, die Sie als Betreuungskraft begleiten, leben mit einer Demenz. Grundkenntnisse dazu haben Sie schon im Basiskurs erworben. Im Alltag merken Sie aber schnell: Jede Situation ist anders. Eine Fortbildung zum Thema Demenz hilft Ihnen, Ihr Wissen zu vertiefen und ruhiger zu reagieren.
Dazu kommt die Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung. Die Betreuungskräfte-Richtlinien nach § 53b SGB XI sehen mindestens 16 Unterrichtseinheiten pro Jahr vor. Eine Unterrichtseinheit dauert 45 Minuten. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zur jährlichen Pflichtfortbildung mit 16 Unterrichtseinheiten. Ein Demenz-Thema ist dafür häufig eine naheliegende Wahl. Ob ein bestimmter Kurs angerechnet wird, klären Sie am besten vorher mit Ihrer Einrichtung.
Welche Inhalte sind typisch?
Die Inhalte unterscheiden sich je nach Anbieter. Häufig geht es um diese Themen:
- Formen und Verlauf einer Demenz, verständlich erklärt
- Kommunikation mit Menschen, deren Sprache sich verändert
- Umgang mit Unruhe, Rückzug oder herausforderndem Verhalten
- Beschäftigungsangebote für verschiedene Phasen der Erkrankung
- Zusammenarbeit mit Angehörigen und dem Pflegeteam
- Selbstfürsorge und der Blick auf eigene Grenzen
Achten Sie darauf, dass der Kurs zu Ihrer Rolle passt. Als Betreuungskraft übernehmen Sie keine Grundpflege und keine Behandlungspflege. Gute Angebote für Betreuungskräfte richten den Blick deshalb auf Aktivierung, Begleitung, Gespräche und Gruppenangebote. Ein Kurs, der vor allem pflegerische Handgriffe behandelt, bringt Ihnen im Alltag meist wenig.
Kursformen im Vergleich
Fortbildungen zum Thema Demenz gibt es in unterschiedlichen Formen. Jede Form hat Stärken, aber auch Punkte, die Sie vorher klären sollten.
| Kursform | Stärken | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|---|
| Online mit Live-Unterricht | Keine Anfahrt, Austausch in Echtzeit | Stabile Technik, ruhiger Platz zum Lernen |
| Präsenz beim Bildungsträger | Übungen mit Material, direkter Kontakt | Anfahrt, Freistellung durch den Arbeitgeber |
| Inhouse in der Einrichtung | Das Team lernt gemeinsam | Termine mit dem Dienstplan abstimmen |
| Selbstlernkurs | Zeitlich sehr flexibel | Wenig Austausch, Anrechnung vorher klären |
Wenn Sie überlegen, sich von zu Hause aus fortzubilden, finden Sie Hinweise im Artikel Fortbildungen online machen.
Checkliste: Passt der Kurs zu Ihnen?
- Ist die Zielgruppe klar benannt, also ausdrücklich Betreuungskräfte?
- Steht der Umfang in Unterrichtseinheiten in der Ausschreibung?
- Gibt es Praxisbeispiele und Übungen, nicht nur Vorträge?
- Hat die Lehrkraft Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Demenz?
- Erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung mit Datum, Thema und Umfang?
- Passt der Termin zu Ihrem Dienstplan?
- Ist geklärt, wer die Kosten trägt und ob die Zeit als Arbeitszeit gilt?
Fragen Sie im Zweifel direkt beim Anbieter nach. Eine gute Ausschreibung beantwortet die meisten Punkte schon von selbst. Bleiben viele Fragen offen, ist das ein Hinweis, genauer hinzusehen.
Sprechen Sie außerdem früh mit Ihrer Leitung. Viele Einrichtungen planen Fortbildungen für das ganze Jahr. Wenn Sie Ihren Wunsch rechtzeitig nennen, lässt sich der Termin leichter in den Dienstplan einbauen. Manchmal übernimmt die Einrichtung auch die Kosten, wenn das Thema zu ihrem Konzept passt.
Was Sie aus der Fortbildung mitnehmen
Eine gute Fortbildung verändert Ihren Arbeitsalltag spürbar. Vielleicht probieren Sie neue Gesprächsformen aus. Vielleicht planen Sie Gruppenangebote anders oder achten stärker auf ruhige Phasen. Notieren Sie sich direkt nach dem Kurs zwei oder drei Ideen, die Sie in der nächsten Woche umsetzen möchten. Sprechen Sie mit Ihrer Leitung darüber, ob Sie Ihr Wissen kurz im Team weitergeben können.
Geben Sie sich dabei Zeit. Nicht jede neue Idee klappt beim ersten Versuch. Manchmal braucht ein Mensch mehrere Begegnungen, bis er sich auf ein neues Angebot einlässt. Bleiben Sie geduldig und tauschen Sie sich im Team aus, was funktioniert und was nicht.
Bewahren Sie die Bescheinigung gut auf. Wie Sie Ihre Nachweise sauber sammeln, erklärt der Beitrag Fortbildungen nachweisen und dokumentieren. Wer die Kommunikation weiter vertiefen möchte, kann sich anschließend mit einer Fortbildung Validation beschäftigen.
Vielleicht arbeiten in Ihrem Team Menschen, die gern in der Betreuung mitarbeiten würden, aber die Qualifizierung noch vor sich haben. Für sie kann eine Online-Weiterbildung zur Betreuungskraft passen, etwa beim Berliner Bildungsträger Care-er. Er ist AZAV-zertifiziert, unterrichtet live mit Lehrkräften in kleinen Gruppen, und eine Förderung per Bildungsgutschein ist möglich.
Kurz zusammengefasst
- Eine Fortbildung Demenz vertieft Grundwissen aus dem Basiskurs und gibt Sicherheit im Alltag.
- Gute Kurse für Betreuungskräfte drehen sich um Kommunikation, Aktivierung und Begleitung, nicht um Pflegehandgriffe.
- Klären Sie vorher, ob der Kurs auf die jährlichen 16 Unterrichtseinheiten angerechnet wird.
- Achten Sie auf eine Bescheinigung mit Datum, Thema und Umfang.