Nicht jede Person bekommt einen Bildungsgutschein, und manche möchten einfach unabhängig starten. Wer den Kurs zur Betreuungskraft selbst bezahlt, sollte Kosten, Leistungen und Vertrag besonders genau prüfen.
Seit 2025 ist bei der Förderung beruflicher Weiterbildung für Menschen im Bürgergeld-Bezug in vielen Fällen die Agentur für Arbeit zuständig. Fragen Sie bei Ihrem Jobcenter nach, wer in Ihrem Fall den Bildungsgutschein ausstellt.
Wann Selbstzahlen eine Option ist
Viele Teilnehmende finanzieren die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein. Das ist aber nicht für alle möglich. Manche Menschen haben keinen Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum Jobcenter. Andere möchten nicht auf eine Entscheidung warten oder einen bestimmten Termin sicher nutzen. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, den Kurs selbst zu bezahlen.
Prüfen Sie trotzdem vorher, ob eine Förderung infrage kommt. Sind Sie angestellt, kann auch Ihr Arbeitgeber eine Möglichkeit sein. Mehr dazu lesen Sie unter Wenn der Arbeitgeber den Kurs finanziert.
Selbst zu zahlen hat auch Vorteile. Sie sind bei der Wahl des Anbieters und des Starttermins freier. Sie müssen keine Entscheidung abwarten und können direkt planen. Dafür tragen Sie die Kosten allein. Wägen Sie deshalb ehrlich ab, ob sich die Ausgabe für Sie lohnt und ob Sie sie gut stemmen können.
Mit welchen Kosten Sie rechnen sollten
Die Kosten für einen vollständigen Kurs zur Betreuungskraft unterscheiden sich je nach Anbieter. Grob liegen sie im niedrigen vierstelligen Bereich. Genaue Preise erfahren Sie nur beim jeweiligen Bildungsträger.
Achten Sie darauf, was im Preis enthalten ist. Ein vollständiger Kurs nach den Betreuungskräfte-Richtlinien umfasst 160 Unterrichtseinheiten Theorie, aufgeteilt in Basiskurs und Aufbaukurs. Dazu kommen das Orientierungspraktikum und das Betreuungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung.
| Kostenpunkt | Frage an den Anbieter |
|---|---|
| Kursgebühr | Ist der Preis für alle 160 Unterrichtseinheiten? |
| Material | Sind Skripte und Zugang zur Lernplattform enthalten? |
| Zertifikat | Fallen für das Abschlusszertifikat Extrakosten an? |
| Lernerfolgskontrolle | Kostet eine Wiederholung zusätzlich? |
| Praktika | Gibt es Gebühren für die Vermittlung oder Begleitung? |
Weitere mögliche Ausgaben finden Sie im Beitrag Zusatzkosten neben der Kursgebühr.
Den Vertrag als Selbstzahler sorgfältig prüfen
Als Selbstzahler schließen Sie den Vertrag direkt mit dem Bildungsträger. Sie tragen damit auch das finanzielle Risiko. Lesen Sie den Vertrag deshalb in Ruhe und achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Wann ist die Zahlung fällig, auf einmal oder in Teilbeträgen?
- Gibt es ein Widerrufsrecht und wie lange gilt es?
- Wie können Sie kündigen, etwa bei Krankheit?
- Was passiert bei Fehlzeiten und können Sie Inhalte nachholen?
- Was gilt, wenn der Kurs ausfällt oder verschoben wird?
Ausführliche Hinweise finden Sie unter Kursvertrag prüfen: Kündigung, Fehlzeiten, Kosten.
Qualität zählt auch ohne Förderung
Ohne Bildungsgutschein prüft keine Behörde, ob Ihr Kurs förderfähig ist. Trotzdem lohnt es sich, auf dieselben Merkmale zu achten. Eine AZAV-Zertifizierung zeigt, dass der Träger ein Prüfverfahren durchlaufen hat. Wichtig ist auch, dass der Kurs den Betreuungskräfte-Richtlinien nach § 53b SGB XI entspricht. Nur dann erkennen Arbeitgeber die Qualifizierung in der Regel an.
Achten Sie außerdem auf diese Punkte:
- Live-Unterricht mit erreichbaren Lehrkräften
- überschaubare Gruppengröße
- klare Informationen zu den Praktika
- transparente Angaben zum Abschluss
Ein Beispiel für einen Träger mit diesen Merkmalen ist Care-er aus Berlin. Der AZAV-zertifizierte Bildungsträger bietet die Weiterbildung zur Betreuungskraft nach § 43b und § 53b SGB XI online an, mit Live-Unterricht in kleinen Gruppen. Der Kurs ist zudem per Bildungsgutschein förderfähig. Fragen Sie bei jedem Anbieter direkt nach den Konditionen für Selbstzahler.
Angebote richtig vergleichen
Legen Sie die Angebote nebeneinander. Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis, sondern auch Umfang, Unterrichtsform und Betreuung. Ein Kurs mit Live-Unterricht und erreichbaren Lehrkräften kann mehr wert sein als ein günstigeres Angebot mit wenig Kontakt. Fragen Sie auch, wie lange die Weiterbildung insgesamt dauert und wann die Praktika stattfinden.
Finanzielle Entlastung prüfen
Auch wenn Sie selbst zahlen, gibt es Möglichkeiten zur Entlastung. Manche Anbieter erlauben eine Zahlung in Raten. Lesen Sie dazu den Beitrag Kurs in Raten bezahlen. Außerdem können Kurskosten unter Umständen steuerlich berücksichtigt werden. Einen allgemeinen Überblick gibt der Beitrag Kurskosten steuerlich geltend machen.
Heben Sie Rechnungen, Zahlungsnachweise und den Vertrag gut auf. Sie brauchen diese Unterlagen, falls Sie die Kosten später in der Steuererklärung angeben möchten.
Vergleichen Sie mindestens zwei oder drei Angebote, bevor Sie sich entscheiden. Ein niedriger Preis allein sagt wenig über die Qualität. Wichtiger ist, ob Umfang, Unterricht und Betreuung stimmen.
Kurz zusammengefasst
- Prüfen Sie vor dem Selbstzahlen, ob eine Förderung möglich ist.
- Die Kosten liegen grob im niedrigen vierstelligen Bereich, je nach Anbieter.
- Klären Sie, was im Preis enthalten ist und welche Extrakosten anfallen.
- Lesen Sie den Vertrag genau, besonders Zahlung, Kündigung und Fehlzeiten.
- Bewahren Sie alle Belege für die Steuererklärung auf.