Ein berufsbegleitender Kurs verteilt die Qualifizierung auf Abende oder Wochenenden. So können Sie weiter arbeiten und sich trotzdem auf den neuen Beruf vorbereiten.
Was bedeutet berufsbegleitend bei der Qualifizierung?
Bei einem berufsbegleitenden Kurs findet der Unterricht außerhalb der üblichen Arbeitszeiten statt. Das kann abends nach Feierabend sein, am Wochenende oder in einer Kombination aus beidem. So können Sie Ihre aktuelle Stelle behalten und sich parallel qualifizieren.
Der Umfang bleibt gleich. Basiskurs und Aufbaukurs umfassen zusammen 160 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Weil pro Woche weniger Stunden anfallen, dauert der Kurs insgesamt länger als ein Vollzeitkurs. Dazu kommen das Orientierungspraktikum mit 40 Stunden und das zweiwöchige Betreuungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung.
Abendkurs oder Wochenendkurs: was passt zu Ihnen?
| Form | So kann es aussehen | Passt zu |
|---|---|---|
| Abendkurs | Unterricht an einigen Abenden pro Woche | Menschen mit festen Arbeitszeiten tagsüber |
| Wochenendkurs | Unterricht an Samstagen, manchmal auch Freitagabend | Menschen, die unter der Woche wenig Kraft für Unterricht haben |
| Gemischt | Abende und einzelne Wochenendtage | Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten |
Die Tabelle zeigt typische Möglichkeiten. Wie ein Anbieter die Zeiten konkret festlegt, ist verschieden. Lassen Sie sich den Plan für den gesamten Kurs zeigen, nicht nur für die ersten Wochen. Ein Beispiel für einen möglichen Wochenplan finden Sie im Beitrag So kann ein Stundenplan aussehen.
Die Praktika: der knifflige Teil
Unterricht am Abend lässt sich meist gut mit einem Job verbinden. Bei den Praktika ist das schwieriger. Das Orientierungspraktikum dauert etwa fünf Tage, das Betreuungspraktikum zwei Wochen. Beide finden in einer Pflegeeinrichtung statt, in der Regel tagsüber.
So können Sie das lösen:
- Planen Sie Urlaubstage für die Praktika früh ein.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über eine Freistellung oder flexible Arbeitszeiten.
- Fragen Sie, ob das Praktikum in Abschnitte aufgeteilt werden darf. Das hängt von Anbieter und Einrichtung ab.
- Suchen Sie eine Einrichtung in der Nähe Ihres Wohnorts oder Arbeitsplatzes.
- Klären Sie, ob der Anbieter bei der Suche nach Praktikumsplätzen hilft.
Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Wie die Praktika in den Kursverlauf passen.
Wie viel Zeit Sie realistisch brauchen
Neben dem Unterricht kommen Wiederholung, Hausaufgaben und vielleicht eine Lernerfolgskontrolle hinzu. Rechnen Sie also mit mehr Zeit, als im Stundenplan steht. Schauen Sie ehrlich auf Ihre Woche: Wann haben Sie bisher freie Abende oder Wochenenden? Was fällt weg, wenn dort Unterricht stattfindet? Wer das vorher klärt, bricht seltener ab.
Online lernen nach Feierabend
Gerade abends ist ein Online-Kurs praktisch. Die Theorie darf als Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer stattfinden. Sie sparen den Weg zum Schulungsort und sind schneller vom Arbeitsplatz am Schreibtisch. Ein Beispiel für diese Form ist die Online-Weiterbildung von Care-er, einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger aus Berlin mit Live-Unterricht und kleinen Gruppen. Fragen Sie bei jedem Anbieter nach, zu welchen Zeiten der Unterricht stattfindet.
Achten Sie bei Abendkursen auf Ihre Kraft. Nach einem vollen Arbeitstag ist die Konzentration oft geringer. Kleine Gruppen und aktive Methoden helfen, aufmerksam zu bleiben. Was guten Unterricht am Bildschirm ausmacht, erklärt der Beitrag Woran Sie guten Online-Unterricht erkennen.
Förderung für Beschäftigte
Wer berufstätig ist, kann unter Umständen über § 82 SGB III gefördert werden. Diese Förderung für Beschäftigte geht auf das Qualifizierungschancengesetz zurück. Sie ist eine Teilförderung, deren Höhe von der Betriebsgröße abhängt. Ansprechpartner ist die Agentur für Arbeit, meist in Absprache mit dem Arbeitgeber. Details erklärt der Beitrag Wenn der Arbeitgeber den Kurs finanziert.
Wer selbst zahlt, sollte mit Kosten je nach Anbieter grob im niedrigen vierstelligen Bereich rechnen. Vergleichen Sie, was im Preis enthalten ist.
Halten Sie einen festen Lernabend pro Woche frei, an dem kein Unterricht ist. So können Sie Stoff wiederholen, ohne dass es am Wochenende zu viel wird.
Sprechen Sie auch mit Ihrer Familie über die Kurszeit. Wenn klar ist, an welchen Abenden Sie lernen, lassen sich Haushalt und Termine besser verteilen. Tipps dazu bietet der Beitrag zu Kurs und Familie.
Kurz zusammengefasst
- Berufsbegleitende Kurse finden abends, am Wochenende oder gemischt statt.
- Der Umfang bleibt bei 160 Unterrichtseinheiten, die Gesamtdauer ist länger.
- Für die Praktika brauchen Sie in der Regel Urlaub oder eine Absprache mit dem Arbeitgeber.
- Beschäftigte können unter Umständen über § 82 SGB III gefördert werden.